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Flugangst - Aviophobie

Mindestens ein Drittel der Menschen in Deutschland (und andernorts) haben bei der Nutzung eines Flugzeugs ein "komisches Gefühl" - mehr als 10% haben eine echte Angststörung, die Flugangst. Das kann hinderlich sein bei der Auswahl des Urlaubsziels, es kann aber auch bei beruflichen Anforderungen ein echtes Problem werden.  

Mobirise

Für viele Menschen schon fast normal: Flugangst. Was ist das eigentlich....? 


Aviophobie oder Flugangst ist ganz einfach als die Angst im zusammenhang mit dem Fliegen definiert. Es kann eine isolierte Angst sein, oftmals ist Flugangst aber auch kombiniert mit anderen Ängsten, etwa der Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie) oder vielen Menschen (Agoraphobie) oder Höhenangst (Acrophobie). In einem Flugzeug oder Hubschrauber zu sitzen, ist ein „idealer“ Ort für diese Ängste, sich zu melden.

Ganz schön häufig tritt Flugangst auf. Nahezu jeder Mensch in der westlichen Welt kommt im Lauf der Zeit in die Verlegenheit, eine Flugreise antreten zu müssen. Insofern ist die Flugangst nicht nur weit verbreitet, sondern auch noch recht problematisch – etwa in Bezug auf berufliche Aufgaben oder einfach nur bei der Begrenzung von Urlaubszielen. Es ist davon auszugehen, dass etwa 30-50% aller Menschen eine gewisse „Sorge“ beim Fliegen erleben, die sich bis hin zu einer echten Angst entwickeln kann. Gerade im Kontext mit Nachrichten von Flugzeugabstürzen oder anderen Problemen im Zusammenhang mit Fliegen kommt es zu einem Anstieg des Angsterlebens bei relativ vielen Menschen. Eine so schwerwiegende Flugangst, dass wirklich jede Nutzung des Flugzeugs vermieden wird, ist bei etwa 8-12% der Menschen in der westlichen Hemisphäre zu beobachten.  Das sind ganz schön viele Menschen !

Was sind die Gründe für Flugangst?

Einer der häufigsten Gründe für eine Flugangst ist das unsichere Gefühl, einige tausend Meter über dem Grund in freiem Raum zu fliegen. Das schafft für den (grundsätzlich ja flugunfähigen Menschen) oft ein erhebliches Gefühl der Unsicherheit. Weniger häufig, aber auch noch bedeutend, sind Gründe für die Flugangst, die sich auf den Kontrollverlust beziehen. 

Beim Fliegen ist eben der Pilot in der Lage, die Technik zu steuern, aber selbst der Pilot ist der Technik und der Flugphysik in einem gewissen Maß ausgeliefert. Die Mitreisenden selbst können gar nichts tun, um den Flug zu kontrolieren oder zu steuern. Das Wissen, dass es keinen einfachen Notausstieg gibt, wenn die Angst oder Panik zu groß werden, man also wirklich für die Dauer des Fluges aushalten muss und nicht entweichen kann, verschärft oftmals das Problem noch einmal.  

Auch führen die ungewöhnlichen Bewegungsmuster beim Fliegen gelegentlich zu Übelkeit oder gar Brechreiz, was dann als unangenehm erlebt wird und ebenfalls zu Ängsten beitragen kann. Auch die teilweise schmerzhaften Beschwerden bei Druckausgleich etc. führen zu körperlicher Mißempfindung – und damit zu Flugangst. Die Nachrichten mit Berichten über Flugzeugprobleme, Abstürze, etc. tragen ebenfalls dazu bei, dass das Gefühl, Fliegen sei gefährlich, bestätigt wird – obwohl dies in Wirklichkeit eben gerade nicht der Fall ist.

Zuletzt, aber durchaus auch wichtig, ist die Wahrnehmung, dass man selbst vom Fliegen zuwenig Ahnung hat. Fehlende Kenntnisse über die technischen und organisatorischen Abläufe führen dazu, dass Geräusche, Veränderungen im Status des Flugzeuges, Flugabläufe etc. schnell zu einer Verstärkung der Angst führen, obwohl genau das gar nicht sinnvoll und nötig wäre.

Schweregrad und Folgen

Verstehen Sie, was passiert – und Sie lösen sich von der Angst

In der Regel führt die Wahrnehmung von Flugangst dazu, dass man sich Hilfe sucht. Dabei kann es einerseits eine kurzfristige Unterstützung sein, um etwa den Flug als solches zu überstehen – das kann bei seltenen Urlaubsreisen angemessen sein. Auf der anderen Seite kann eine psychotherapeutische Unterstützung oder eine Kombination aus Psychotherapie und Flugtraining besonders hilfreich sein, wenn man häufiger Fliegen muss, etwa aus beruflichen Gründen. Flugangst kann relativ milde sein – etwa ein unangenehmes Gefühl beim Fliegen, das sich aber überwinden oder aushalten lässt und nicht zu Einschränkungen in der Mobilität und Nutzung von Flugzeugen führt. Es kann aber auch eine so extremes Ausmaß an Flugangst geben, dass allein der Gedanke an einen Flug zu einer schweren Panikattacke führt – und letztlich das Fliegen in jeder Form und um jeden Preis vermieden wird. Flugangst, die zu Vermeidung von Fliegen führt, bedeutet oftmals eine Einschränkung der Reisefähigkeit – nur mit Mühe, wenn überhaupt, sind einige Ziele ohne Flugzeug zu erreichen. In Bezug auf Urlaubsreisen ist das sicher auszuhalten, doch schon bei privaten Ereignisse, etwa Hochzeiten oder Feierlichkeiten, kann der Verzicht auf eine Flugreise zu einer deutlichen Einschränkung führen. In manchen beruflichen Situationen wird Fliegen so selbstverständlich erwartet, etwa in Führungspositionen, bei Tätigkeiten als Berater oder Consultant etc. , dass ein Flug gar nicht durch andere Reisemittel ersetzt werden kann, ohne dass es zu erheblichen beruflichen Nachteilen kommt. Ganz wichtig ist bei Menschen mit Flugangst, dass sie so schnell wie möglich und so früh wie möglich Unterstützung suchen. Je länger die Angst läuft und je ausgeprägter sie wird, um so schwerer ist es, sie zu überwinden.

5 Schritte zur Behandlung von Flugangst

  1. Medikamente - Bei leichtgradiger Flugangst und seltenen Flügen, etwa ein- oder zweimal im Jahr wegen der Urlaubsreise, ist eine Medikation mit einem Anxiolytikum völlig in Ordnung und angemessen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Nervenarzt.
  2. Selbsthilfe-Angebote - Bei leichtgradiger oder mittelgradiger Flugangst und wenn Sie häufiger fliegen müssen, sind Medikamente keine gute Wahl. Sie sollten dann ein Selbsthilfe-Manual anwenden. Diese gibt es als Buch oder als APP oder online-basiertes Supportangebot.
  3. Information und Psychoedukation - Die Information über das Fliegen und die psychologisch untermauerte Aufklärung bezüglich der Abläufe und Eigenschaften beim Fliegen und im Flugzeug werden in vielen Städten mit größeren Flughäfen angeboten. Hier sind oftmals Piloten und Psychologen oder Pädagogen eingebunden, um bei mittel- bis schwergradiger Flugangst zu helfen.
  4. Psychotherapie - Es gibt auch Angebote zur Überwindung von Flugangst durch Psychotherapeuten oder Flugangst-Zentren in Gruppen- oder Einzeltherapie. Das sind dann oftmals „echte“ psychotherapeutische Programme, die mindestens 12-24 Stunden durchgeführt werden und intensiv die Situation beim Fliegen und mit dem Fliegen beleuchten und bearbeiten. Diese Therapie ist meist bei schwerer Flugangst erforderlich und sinnvoll. 
  5. Kombinierte Therapien - Die Kombination aus Psychoedukation (3.) und Psychotherapie (4.) mit dem realen Fliegen in einem kleinen oder großen Flugzeug ist gewissermaßen die beste, gleichwohl aber auch teuerste Behandlung und Unterstützung, die man in Anspruch nehmen kann. Sie wird bei Flugangst-Patienten dann sinnvoll sein, wenn häufiges Fliegen, berufliche Bedeutung und schwergradige Flugangst zusammen kommen. 

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