Mobirise


FOMO - Fear of missing out

Die Angst, irgendetwas zu verpassen

Fear of missing out (oder kürzer FOMO) ist ein Begriff, der etwa seit 2012/2013 einigermaßen etabliert ist. Sogar im Oxford English Dictionary ist der Begriff mittlerweile zu finden. Er lässt sich laut Oxford Dictionary etwa so erklären: „das unbehagliche und oftmals sehr belastend erlebte Gefühl, dass man verpasst, was die Menschen der Bezugsgruppe(n) gerade tun, wissen oder besitzen und dass dies besser ist, als das, was man selbst gerade erlebt/tut/besitzt.“
In diesem Kontext geben etwa mehr als die Hälfte der befragten jungen Erwachsenen an, das Phänomen zu kennen.

Es ist sicher kein gutes Gefühl, davon überzeugt zu sein, dass man etwas wichtiges verpasst. Das führt dazu, dass die sozialen Medien und Kontakte intensiver und öfter aktiviert werden, als dies wirklich nötig erscheint – nur um in dem gewünschten engen Kontakt zur Bezugsgruppe zu bleiben. Das führt zu dem Gefühl, verbunden zu sein und alles richtig zu machen – und damit zu dem Gefühl, kein Außenseiter zu sein. Aber es schafft natürlich auch Unzufriedenheit mit der eigenen aktuellen Situation, denn vermeintlich oder möglicherweise ist die eigene Lage gerade schlechter, als das, was andere in diesem Moment erleben.

Es führt zudem dazu, sich immer und immer wieder um die sozialen Medien zu kümmern, gewissermaßen in einer Art digitalem Hamsterrad, nur um sich „am richtigen Platz“ zu fühlen.

FOMO ist ein Zeichen für eine viel tiefergehende und wichtige Problematik, Was ist das für eine Störung, ist es etwa eine Krankheit? Wo kommt dieses ungute Gefühl und das Verhalten her? Wie kann man den Teufelskreis durchbrechen?

FOMO ist ein schwerwiegender Hinweis auf ein erhebliches Unglücklichsein. Das, was heute als „social-media-Krankheit“ FOMO genannt wird, ist ein uraltes Phänomen. Es geht um die Angst des Einzelnen, wirklich Wichtiges zu verpassen, nicht zu wissen oder genau das wirklich Richtige nicht zu besitzen.

Was kann man tun?

Der Schlüssel zu FOMO ist die Diskrepanz zwischen zuviel Unsicherheit und Ängsten in Bezug auf die eigene Person und einem Übermaß an Aufmerksamkeit und Konzentration auf Handlungen und Meinungen anderer.

Diese Diskrepanz sinnvoll zu verringern ist der erste Schritt in ein besseres Gefühl und eine sinnvollere und entspanntere Nutzung von sozialen Medien. Viel Erfolg. Falls es nicht gut gelingt, nutzen Sie gern unsere Fachkompetenz und fragen Sie uns. Wir können Sie beraten und Ihnen helfen. Oder Sie schauen nach einem Psychotherapeuten in Ihrer Nähe.    





Zunächst müssen Sie sich klar machen, was eigentlich passiert ist – Sie prüfen den Facebook-Account mehrmals am Tag, prüfen, welche WhatsApp-Nachrichten vorliegen und versuchen, einigermaßen klar weitere Informationen zu erhalten, die vielleicht wichtig sein könnten, um zu wissen, was gerade „in“ ist, wo etwas „wichtiges“ läuft oder wer zurzeit „angesagt“ sein könnte. Bei diesen Prüfungen sehen Sie Nachrichten und Fotos von Menschen, die Dinge tun: coole Events besuchen, Sportveranstaltungen ansehen, einen echten neuen Hotspot in der Stadt aufsuchen, in einer neuen Kneipe sitzen, und so weiter. Immerhin zeigen die neuen Möglichkeiten der Technik diese Aktivitäten Ihrer Freunde oder Bezugspersonen nahezu sofort – ohne Filter und Abstand. Und dann kommt doch die Frage, warum Sie selbst nicht gerade diese Aktivität machen oder nicht selbst gerade eine andere „coole“ Sache unternehmen.
  1. Erkennen Sie, dass Sie tatsächlich ein FOMO-Problem haben- Lassen Sie dieses Problem einmal vollständig aktiv und bewusst werden und machen Sie sich einen Tages- oder Wochenplan, auf dem Sie so viele Aktivitäten eintragen, wie möglich. Dann sehen Sie ich das an und bestätigen sich selbst, dass Sie unmöglich an allen Terminen und Veranstaltungen teilnehmen können, auch wenn es natürlich cool wäre. Wenn das nicht hilft (und das tut es oft nicht) ist es Zeit für den zweiten Schritt. Sie fühlen Angst und Unsicherheit und es hilft nicht, wenn Sie sich bewusst machen, dass das wirklich vielen Menschen so geht.
  2. Schalten Sie die Chats und Messages aus- Im zweiten Schritt suchen Sie sich Tage der Woche aus, zu denen Sie die sozialen Medien, bei denen Sie angemeldet sind, nicht nutzen. Dabei sollten Sie zuerst mit einem Tag beginnen, dann auf zwei oder drei Tage steigern. Am einfachsten geht das, wenn Sie tatsächlich das Handy für einen Tag ausschalten. Auf neugierige Fragen anderer sagen Sie, dass die Technik nicht in Ordnung gewesen sei oder etwas ähnliches. Wenn Sie es schaffen, das Handy tatsächlich mehr als einen Tag in der Woche auszuschalten, dann sollten Sie sich eine definierte Stunde an diesen Tagen erlauben, es zu nutzen. Checken Sie die Emails und Kontakte, etwa bei Facebook und Co, doch machen Sie es danach auch wieder aus. So können Sie z.B. die Stunde im Bus auf dem Weg zur Arbeit nutzen, doch danach ist „handyfreier Tag“. 
  3. Seien Sie achtsam- Die Achtsamkeit ist eine Zen-Praxis und in unserer westlichen Welt schon seit einigen Jahren wirklich angekommen. Das bedeutet vor allem, dass Sie sich der eigenen inneren Welt und der Welt um Sie herum ganz bewusst werden und das Sie einfach in einer Achtsamkeit „untertauchen“ können. Achtsam bedeutet, Dinge wahrzunehmen und anzunehmen, gleichwohl aber nicht zu bewerten oder gar zu verurteilen. In Bezug auf die FOMO ist Achtsamkeit ein guter Ansatz, um sich selbst stabil gegen seine Ängste zu positionieren – nämlich in der Form, dass Sie die Bewertung „besserer Event“ oder „spannendere Veranstaltung“ aus dem Vergleich wegnehmen. Wenn Sie merken, dass es zur gleichen Zeit weitere Veranstaltungen gibt, so nehmen Sie das zur Kenntnis, aber vergleichen Sie nicht den Wert der Veranstaltungen und schon gar nicht in einer Weise, dass die, an der Sie teilnehmen, weniger wert wäre. 
  4. Genießen Sie es, etwas zu verpassen- Das ist die Königsdisziplin – suchen Sie sich bewusst eine Veranstaltung heraus, die nur einen einzigen Teilnehmer hat, nämlich Sie selbst. Setzen Sie sich allein an ein Flussufer, einen Park oder in ein Cafe und schauen Sie sich um. Betrachten Sie die Menschen, die „teilhaben“ und genießen Sie das Gefühl, dass Sie selbst gerade nicht teilhaben, weil Sie ihre eigene Veranstaltung haben und das ist die Beste und sie ist ganz allein nur für Sie. Dieser Schritt ist für FOMOisten der schwierigste, gleichwohl ist es der Beweis, dass Sie es geschafft haben. 

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